Eiskalt


PREMIERE: 23.05.2015
Ballett-Gala | GROSSES HAUS | Staatstheater Karlsruhe
www.staatstheater.karlsruhe.de

CHOREOGRAFIE:
Reginaldo Oliveira

MUSIK:
Philip Glass

TÄNZER:
Bruna Andrade
Kt. Flavio Salamanka

Programmheft

Programmheft Salzburg


TERMINE:

  • 23.05.2015, Ballett Gala Badisches Staatstheater Karlsruhe
  • 26.07.2015, Ballettgala in Brasilia, Brasilien
  • 05.12.2015 Aidsgala Karlsruhe
  • 12.11.2016, Internationale Ballettgala am Salzburger Landestheater für Peter Breuer aus Anlaß zweier Jubiläen: 70. Geburtstag von Peter Breuer und 25 Jahre Ballettdirektion Peter Breuer in Salzburg
  • 10.+11.03.2016 Gala „Eric Gauthier & Friends“, Waiblingen



Festival Internacional de Dança de Brasilia


Uraufführung: Eiskalt

Ballett-Gala Mai 2015 Höhepunkt der Karlsruher Ballettwochen

Zum achten Mal bildet die Ballett Gala den End- und Höhepunkt der KARLSRUHER BALLETTWOCHE. Und auch in diesem Jahr ist es mir eine Ehre, Ihnen Künstler so renommierter Compagnien wie dem Bayerischen Staatsballett München, dem Staatsballett Berlin, dem Stuttgarter Ballett und dem Nederlands Dans Theater präsentieren zu können. In guter Tradition werden sie wieder begleitet von unserer wunderbaren BADISCHEN STAATSKAPELLE. Neben klassischen Meisterwerken soll aber auch der zeitgenössische Tanz nicht zu kurz kommen, weshalb es mich besonders freut, dass die company idem aus der Schweiz bei uns zu Gast ist und auch der junge Choreograf Reginaldo Oliveira erneut eine Kreation eigens für diesen Anlass geschaffen hat. Freuen Sie sich auf mehr als 100 Jahre Tanz von Marius Petipa bis zur heutigen Uraufführung.



„Eiskalt“ von Oliveira als Uraufführung

Vom Stuttgarter Ballett kamen Myriam Simon und Alexander Jones, die mit dem gefühlvollen „Spiegel-Pas de deux“ aus John Crankos „Onegin“ eine tänzerisch vorzügliche, eindringliche Szene vorstellten, während das spröde „In on with“ zur Musik von Arvo Pärt zu einer sehenswerten Etüde technischer Perfektion geriet. Mit den charmanten „Les Biches“ von Francis Poulenc boten Daria Sukhorukova und Matej Urban (München) eine souveräne Verbeugung vor der wegweisenden Leistung der Ballets Russes. Clément Bugnon und Matthias Kass (von der schweizerischen „company idem“) boten eine bejubelte Choreografie „Becoming“, in der die Tänzer aus postkoitaler Verschlingung vor zunächst diffuser Klangkulisse zu einem pointiert sportiven „Wettlauf“ zu Musik von Johann Sebastian Bach gelangen. Danielle Rowe und Thiago Bordin vom Nederlands Dans Theater ließen sich dagegen in „Perhaps whisper“ ganz auf den elegischen Grundton der Musik von Robert Schumann ein.
Daneben fanden sich im gut dreistündigen Programm mehrere Stücke aus dem laufenden Repertoire: Ein festliches Ensemble aus „Dornröschen“, der Pas de deux „Regen in deinen dunklen Augen“ mit Rafaelle Queiroz und Juliano Toscano sowie Uwe Scholz' Ballett „Klavierkonzert Es-Dur“ mit Blythe Newman und Admill Kyler stießen bei den Besuchern auf nachdrückliche Zustimmung. Besonders herzlich war der Applaus zu dem Stück aus dem grandiosen, selten gespielten „Le Corsaire“, in dem Pablo dos Santos mit mehr Eleganz als Kraft und doch allemal höchst eindrucksvoll die berühmte Ali-Variation ausführte; neben ihm wirkte Kyoko Watanabe nicht ganz so glänzend. Mit großer Spannung wurde die einzige Uraufführung des Abends erwartet: Reginaldo Oliveira hat mit den beiden Starsolisten der Compagnie, Bruna Andrade und Flavio Salamanka, das Stück „Eiskalt“ (zu Musik von Philip Glass) einstudiert, eine außerordentlich kompliziert zu tanzende Studie über das Gegeneinander von starrender Kälte und glühender Leidenschaft, in der sich eine spannungsreiche Abstraktion des Geschlechterkampfes von machohafter Allüre und sensibler Zartheit wiederfindet. Andrade und Salamanka erweisen sich hier in tänzerischer Perfektion als hinreißendes Traumpaar der Karlsruher Compagnie. Entsprechend begeistert war der Applaus des faszinierten Publikums. Vollends zur Raserei steigert sich der Beifall, als das gesamte Staatsballett den Abend mit Oliveiras ansteckender Einstudierung „Presente“ beschloss und so ein Feuerwerk an Lebenslust und Temperament zündete, dessen enthusiastische Energie sich dann auch auf die endlosen Vorhänge für alle Mitwirkenden dieser Gala übertrug.
Rüdiger Krohn




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